Die Palette der tiergestützten Arbeit basiert auf der theoretischen Annahme einer hilfreichen Beziehung zwischen Mensch und Tier. Unser Hauptanliegen ist das Erzeugen und die Erhaltung von realen Beziehungen. Wesen, die durch die Jahrtausende immer Freundinnen und Gefährtinnen von Menschen waren sind zur Unterstützung bestens geeignet. Gewünschte Beziehungen sind sicher und stabil. Sie fußen auf Vertrauen, Achtung und Zuneigung, die ein erfülltes Leben durch die Entwicklung von Gefühlen und sozialen Kompetenzen erst möglich machen. Tiere, besonders Hunde, können Impulse setzen und dadurch vielschichtige soziale und emotionale Prozesse in Gang setzen bzw. erhalten. In mehreren Studien (vgl. hierzu die Studien von Corson/Corson 1977i, Messent 1983, Salomon/Salman 1981, Graf 1999) wurde seitdem belegt: Gesundheit und Psyche werden durch den Einsatz von Hunden positiv beeinflusst.
Wir bieten "Tiergestützte Therapien" in zusammenarbeit mit Ärztinnen und Therapeutinnen an, die individuell im Vorfeld für jede einzelne Person präzise Ziele formulieren, die erreicht werden sollen. Die Therapie wird von einer heilberechtigten Person und einer PädagogIn geleitet und gegebenenfalls von einer TiertrainerIn unterstützt. Die tiergestützten pädagogischen Angebote werden von 2 Pädagoginnen durchgeführt. Wir arbeiten mit der Hundeschule Burauen zusammen. Das Vorgehen wird dokumentiert und im Nachhinein evaluiert. Dem Tier kommt eine entscheidende Rolle zu. Es werden Tiere ausgewählt, die in der Lage sind mit Menschen und deren unterschiedlichen Verhaltensweisen zurechtzukommen und umzugehen. Zur Zeit arbeiten wir mit Gonzo (3 Jahre, Chihuahuamischling), Ronja (12 Jahre, Schäferhundmischling),Mischka (10 Jahre, Yorkshireterrier)und den Labradormischlingensdamen Patscha und Malli (5 und 3 Jahre).
Es wird zwischen physischen, psychischen und sozialen Effekten unterschieden, die sowohl einzeln als auch im Zusammenspiel beobachtet werden können.
- Auf der physischen Ebene sind besonders die Senkung von Blutdruck und Herzfrequenz zu beobachten, wodurch das Herzkreislaufsystem stabilisiert wird. Der Kontakt über Streicheln und andere Berührungen oder nur das bloße Beobachten führen zu einer Entspannung der Muskulatur. Durch die freundlichen und gelösten Interaktionen mit dem Tier wird das Schmerzempfinden verringert. Die Durchführung von motorischen Aktivitäten verbessert die Verdauungsregulierung und Muskelstärke gleichzeitig bewirkt dies eine Verbesserung des gesamten Gesundheitsverhaltens durch die Reduktion von Risikofaktoren.
- Auf der Ebene der psychischen Effekte findet eine kognitive Anregung und Aktivierung, sowie die Einübung von kommunikativen Prozessen mit anderen Menschen statt. Den Hunden kommt hierbei die Rolle von Kommunikationspartnerinnen zu, die ihr Gegenüber akzeptieren, trösten, beleben, erfreuen, ermuntern und ihm zugeneigt sind. Dies erzeugt emotionales Wohlbefinden, was wiederum eine veränderte Wahrnehmung der Umwelt und der eigenen Person sowie eine veränderte Bewertung derselben bewirkt. Durch die Bereitschaft der Hunde, sich lenken zu lassen, erfahren die Menschen Autorität und Verantwortung. Sie erleben die Konsequenzen ihres eigenen Handelns, was zur Steigerung des Selbstwertgefühls und des Selbstbewußtseins führt. Etablierung eines positiven Selbstbildes findet statt. Die entlastende und sichere Atmosphäre im Umgang mit den Hunden reduziert zudem Stress, Angst und Unruhe. Über die Kontrolle und das Ausleben bzw. das Erleben der eigenen Gefühle findet einerseits affektive Entladung und emotionaler Ausdruck statt, andererseits wird eine Sensibilisierung für die eigenen Ressourcen und Kompetenzen ermöglicht. Durch die soziale Integration erfüllt sich das emotionale Bedürfniss nach Verbundenheit, Nähe und Gemeinsamkeit. Otterstedt (2003) spricht diesbezüglich von antidepressiver und antisuizidaler Wirkung von Tieren auf Menschen.
- Auf der Ebene der sozialen Effekte ist besonders die Reduktion von Einsamkeit und Isolation zu beobachten. Die auf Körperkontakt basierenden Beziehungen mit Tieren werden als nah wahrgenommen und ermöglichen so die Erfüllung von Wünschen und Bedürfnissen, denen andere Menschen nicht nachkommen können oder wollen. Sie wirken als „soziale Katalysatoren“. Außerdem sind Tiere „Eisbrecher“, d.h. durch sie werden Beziehungen zu anderen Menschen aufgebaut und gehalten. Tiere können eine offene und sympathische Atmosphäre entstehen lassen, in der eine Kontaktaufnahme einfacher wird.
"Tiergestützte Angebote" sind kostenpflichtige Dienstleistungen.

Gonzo, 3 Jahre, Chihuahuamischling (zurück zum Anfang)

Nemo, 2 Jahre, Maltesermischling (zurück zum Anfang)

Hatti, 1 Jahr, Labrador (zurück zum Anfang)

Mischka, 10 Jahre, Yorkshireterrier (zurück zum Anfang)